IOC verschiebt die Olympischen Spiele – Erleichterung bei SST und Swiss Sailing


Die Entscheidung ist gefallen: Die Olympischen Sommer-Spiele in Tokio finden wegen der weltweiten Coronavirus-Krise nicht wie vorgesehen im Juli 2020 statt. Laut dem offiziellen Communiqué des IOC sollen die Spiele der XXXII. Olympiade in Tokio unter den gegenwärtigen Umständen auf einen Zeitpunkt nach 2020, jedoch nicht später als im Sommer 2021, verschoben werden. Die Verantwortlichen bei Swiss Sailing und beim Swiss Sailing Team begrüssen diesen Entscheid.

Hauptgrund für die Verschiebung ist laut IOC der Schutz der Gesundheit der Athleten, aller an den Olympischen Spielen Beteiligten und der internationalen Gemeinschaft. Wann die Spiele genau stattfinden sollen, ist noch offen. Die olympische Flamme, die vor rund einer Woche in Olympia entzündet und bereits von Griechenland nach Japan gebracht wurde, werde aber in Japan bleiben, heisst es in der Mitteilung. Zudem sollen die Spiele den Namen «Olympische und Paralympische Spiele Tokio 2020» behalten.

Erleichterung bei SST und Swiss Sailing

Das Coronavirus hat immer grössere Auswirkungen auf den globalen Sport und damit auch auf den Segelsport. Entsprechend waren die Verantwortlichen des Swiss Sailing Team in den vergangenen Wochen stark gefordert. SST-Teamchef Tom Reulein ist erleichtert über den Entscheid des IOC: «Ganz ehrlich: Niemand konnte sich vorstellen, dass die Spiele unter diesen Umständen durchgeführt werden würden», so Reulein. Natürlich sei es schade für die Athletinnen und Athleten, die sich schon seit vier Jahren intensiv auf das absolute Sportler-Highlight vorbereitet und diesem Ziel alles untergeordnet hätten. Aber das Ganze sei als Chance zu sehen: «Dank der Verschiebung haben wir Zeit bekommen, um noch besser zu werden und weiter in die Weltspitze vorzudringen. Insofern bewerten wir die Verschiebung positiv», so Tom Reulein.

Ebenfalls erfreut zeigt sich Martin Vogler, Präsident von Swiss Sailing: «Wir sind froh, dass das IOC nun rasch den einzig richtigen Entscheid getroffen hat. Froh vor allem für unsere Seglerinnen und Segler, die nun nicht in eine längere Zeit der Ungewissheit gehen müssen.» Er ergänzt, dass der getroffene Entscheid für Swiss Sailing auch eine Verpflichtung sei, zusammen mit Swiss Sailing Team eine neue Lagebeurteilung und Planung zu machen. «Schliesslich möchten wir den Olympia-KandidatInnen auch für 2021 bestmögliche Vorbereitungsbedingungen ermöglichen. Das werden wir jetzt – zwar unter erschwerten Umständen – aber mit hoher Priorität angehen.»

Historischer Entscheid

Die Spiele hätten vom 24. Juli bis 9. August stattfinden sollen. Durch die Absagen der allermeisten Sport-Events (u.a. Fussball EM, Hockey WM) sowie weiteren Meisterschaften und Veranstaltungen, aber auch durch die Absage einzelner Sportler resp. grosser Verbände (Australien und Kanada) wurde der Druck aufs IOC immer grösser. Hinzu kommt, dass zahlreiche Athletinnen und Athleten aufgrund von Ausgangssperren und geschlossener Sportanlagen gar nicht mehr richtig trainieren konnten, was Auswirkungen auf die Chancengleichheit gehabt hätte. Auch waren in einigen Sportarten die Olympia-Qualifikationen noch nicht abgeschlossen. So oder so: Der Entscheid ist historisch! Noch nie zuvor waren Olympische Spiele verschoben worden. Absagen gab es hingegen bereits einige. Wegen des Ersten Weltkriegs wurden die Sommerspiele 1916 (Berlin) gestrichen. Dem Zweiten Weltkrieg fielen die Sommerspiele 1940 (Tokio) und 1944 (London) sowie die Winterspiele 1940 (Cortina d'Ampezzo) und 1944 (Sapporo) zum Opfer.