Nacra 15: «Die neue Meisterschaft ist vielversprechend!»


Die jüngste Swiss Sailing-Klasse Nacra 15 dient vielen jungen Talenten als Sprungbrett für eine Segelkarriere. Entsprechend wächst die Klasse kontinuierlich. Im Oktober 2018 fand erstmals eine Schweizermeisterschaft statt. Mittlerweile ist unter der Schirmherrschaft von Races.ch sogar eine echte Jahresmeisterschaft entstanden. Eine der treibenden Kräfte dieser Erfolgsgeschichte ist Nicolas Grange, Initiant und Präsident der Klasse.

Nicolas Grange, Sie haben sich gemeinsam mit Ernesto Bertarelli für den Jugendkat stark gemacht und die Klasse mit einer gemeinsamen Initiative gefördert. Wie schaut diese konkret aus?

Nicolas Grange: Im Rahmen einer Partnerschaft unterstützen wir die Clubs bei der Anschaffung eines oder mehrerer Nacra 15 finanziell. Als Gegenleistung mussten sich die Clubs verpflichten, sich aktiv für die Klasse zu engagieren und ihren Nacra-15-Seglern einen eigenen Coach zur Seite zu stellen. Das Konzept scheint zu greifen. Verteilt auf die Segelclubs in Genf und Morges umfasst die Klasse heute mehr als zwanzig Boote. In der bevorstehenden Saison tragen die agilen Multihulls eine Meisterschaft aus, die in die Tour von Races.ch integriert ist und aus acht Regatten besteht, fünf auf dem Genfersee und drei auf anderen Schweizer Seen.

 

Erzählen Sie uns doch Ihre Beweggründe für diese Initiative. An den Schweizermeisterschaften der Optimisten nehmen jedes Jahr rund 160 Boote teil, danach kommt nicht mehr viel. Nach Beendung ihrer Opti-Karriere haben die Nachwuchssegler die Wahl zwischen einer Vielzahl verschiedener Einrumpf und Mehrrumpfklassen. Das führt zu einer Verzettelung und dazu, dass nur gerade die Laser und 420er genügend Boote an den Start bringen für eine gültige Schweizermeisterschaft.

Kurzum: Es gibt einfach zu viele Bootsklassen. Ich hatte daher die Idee, eine einheitliche Flotte aufzubauen, die bei den Jugendlichen gut ankommt, ihnen den Weg zu den Olympischen Spielen ebnet und es ihnen ermöglicht, mit gleichen Booten Wettkämpfe auszutragen, Speedtests durchzuführen und sich so mit gleichen Waffen zu messen. Dazu kam für mich nur ein Boot in Frage: der Nacra 15. Er wird von World Sailing anerkannt, an den Olympischen Jugendspielen eingesetzt und ist der kleine Bruder des Olympia-Kats Nacra 17.

 

Und wie ging es weiter? Ich hatte bereits das Okalys Youth Project aufgebaut, bei dem Nachwuchstalente auf meinem Decision 35 segeln konnten, um Erfahrung zu sammeln und danach den Sprung in die Genferseemeisterschaft der grossen Multis zu schaffen. Das brachte mich auf die Idee, dass sich das Okalys Youth Project am Kauf einer Nacra-15-Flotte beteiligen könnte. Ich brauchte aber noch einen Partner. Ich wollte die Segelclubs von Genf, Versoix, Crans-près-Céligny, Nyon und Morges unterstützen, indem ich für die Hälfte des Kaufpreises ihrer ersten Einheiten aufkam. Möglich gemacht hat das Konzept Ernesto Bertarelli. Er hat über die Bertarelli Foundation zwei Drittel der Kosten übernommen.

Welche Zwischenbilanz ziehen Sie heute, eineinhalb Jahre nach der Umsetzung des Projekts?

Alle genannten Clubs haben zwischen 2018 und 2019 zwei oder drei Boote angeschafft. Wir haben einen Klassenverband gegründet und ihn bei Swiss Sailing registrieren lassen. 2018 hat die erste Schweizermeisterschaft mit 18 Booten stattgefunden. Zur zweiten Meisterschaft diesen Sommer in Versoix (28. Juni bis 1. Juli 2019) erwarten wir 25 Boote. Momentan segeln auf jedem Nacra 15 mehrere Teams. In einem Club teilen sich sogar fünf Teams ein Boot. Kurzum: Wir sind auf gutem Weg mit diesem Projekt.


> Das ganze Interview finden Sie übrigens im aktuellen "Skippers Segeln & Ozean"!

Autor: Jean-Guy Python, bearbeitet von Diana Fäh

Fotos: zVg