Ocean Youth Sailing: Es ist vollbracht!


Der Verein «Ocean Youth Sailing» ist 2014 von Mitgliedern des Jugendsegelns Steckborn gegründet worden. Sein grösstes Projekt: Gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus einem australischen Bausatz einen 13.6 Meter lang und 7.4 Meter breiten hochseetauglichen Katamaran zusammenbauen. Was nach einem etwas verrückten Projekt tönt, ist seit gestern Realität: Der Katamaran wurde in Bottighofen eingewassert.

Zum Video der Einwasserung (Quelle: St. Galler Tagblatt)

Nach dreijähriger Bauzeit war es gestern endlich soweit: Nach einer intensiven letzten Bauphase, in welche unzählige Freiwillige bis spät in die Nacht hinein Hand anlegten, wurde der Katamaran endlich eingewassert.

Die Befriedigung und Freude ist bei allen Beteiligten gross, insbesondere beim Vorstand von Ocean Youth Sailing und namentlich bei Damian Ruppen, Sponsoringverantwortlicher von «Ocean Youth Sailing». Er ist erleichtert, dass der Transport ohne Schwierigkeiten und wie geplant abgelaufen ist. «Das Team der TIT Imhof AG unter Leitung des Pneukranführer Oliver Müller zusammen mit den HelferInnen von Ocean Youth Sailing haben einen fantastischen Job gemacht!» Seine aktuelle Gefühlslage beschreibt der 31-Jährige wie folgt: «Ein Drittel Stolz auf die erbrachte Teamleistung innerhalb der letzten drei Jahre mit den über 400 HelferInnen, ein Drittel auch etwas Traurigkeit, weil wir unser Baucamp auflösen und der letzte Drittel grosse Vorfreude auf das Segeln und die Ausbildung von Jugendlichen im Hochseesegeln auf dem Katamaran...»

Schiffstaufe ist am 24. August 2019

Auf die Frage, ob es ihm und seinen KollegInnen nun nicht langweilig werde, nachdem sie in den vergangenen drei Jahren praktisch Tag und Nacht am Bau des Katamarans mitgearbeitet hätten, meint er: «Nein, ganz und gar nicht. Erstens weil noch lange nicht alles fertig eingerichtet, getestet und der Bauplatz in Bottighofen rückgebaut ist, und zweitens, weil der Katamaran ja nun auch währen 30 Wochen pro Jahr durch junge, gut ausgebildete OYS SkipperInnen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen bewegt werden muss».

Der Name des Katamarans ist noch geheim und wird erst anlässlich der Schiffstaufe am 24. August bekanntgegeben. Schiffspatin wird die Thurgauer Regierungsrätin Monika Knill sein.

Wie geht es nun weiter?

In Bottighofen wird der Katamaran getestet. Nach einer Testphase auf dem Bodensee soll der Katamaran auf das Meer überführt werden. Damian Ruppen: «Zuerst wird der Katamaran nach Basel verladen, um von dort von Jugendlichen auf dem Rhein nach Rotterdam und schliesslich ins Mittelmeer gesegelt zu werden.» Dort soll er für Qualifizierungs-, Ausbildungs- und Meilentörns genutzt werden. Läuft alles rund, wird der Katamaran anfangs 2020 überführt werden. Der Verein möchte in den darauffolgenden Jahren 1’600 jungen Leuten die Möglichkeit zu bieten, auf dem Katamaran die Ausbildung zum Hochseesegeln abzulegen. «Wir planen, den Katamaran rund 25 Wochen pro Jahr vor allem von und für Jugendliche in Betrieb zu haben», sagt Damian Ruppen.

Ein paar Zahlen...

Seit 2014 haben rund 400 Freiwillige über 20’000 Arbeitsstunden geleistet. Unter den Helfern waren neben Kindern und Jugendlichen auch 16 anerkannte Flüchtlinge, die im Rahmen eines Arbeitsintegrationsprojektes in den Schweizer Arbeitsmarkt integriert wurden. Auch viele Studierende waren während ihrer Semesterferien intensiv am Projekt beteiligt. Das fertige Schiff bietet mit seinen 13,6 Metern Länge Platz für maximal zwölf Passagiere. Die Solarzellen auf dem Dach produzieren 2,4 Kilowattstunden; damit soll der Hausbedarf an Strom, beispielsweise für das Licht, gedeckt werden.

Das Budget war ursprünglich auf 300'000 Franken festgelegt; mittlerweile belaufen sich die Kosten aber auf 385’000 Franken, weil sich das Projektteam für (teurere) Elektromotoren und Solarzellen entschieden hat. «Aktuell fehlen noch knapp 25’000 Franken, welche u.a. für das Beiboot, die Segel sowie den Transport nach Basel benötigt werden», erklärt Damian Ruppen. Der Verein will in Zukunft mit universitären sowie regionalen Sport- und Segelvereinen zusammenarbeiten. Ausserdem besteht laut Damian Ruppen die Möglichkeit, den Katamaran zur Durchführung von Projekten bezüglich gemeinnützigen Projekten bezüglich Jugend, Umwelt und Forschung.

www.oceanyouthsailing.ch

Text: Diana Fäh

Fotos: zVg