SM 5.5m auf dem Comersee: Jürg Menzi gewinnt erneut den Titel


He did it again ! Einmal mehr heisst der Sieger der Schweizermeisterschaften der Klasse 5.5m, welche am Samstag auf dem Comersee ihren Abschluss fand, Jürg Menzi. Mit den Rängen 1/2/3/2/1/1  behauptete sich der passionierte Regattasegler vom TYC gemeinsam mit Jürgen Eiermann und Christof Wilke souverän an der Spitze und sicherte sich den SM-Titel mit drei Punkten Vorsprung auf Mark Holowesko von den Bahamas. Bronze geht an Bernard Haissly.

Für die diesjährige Durchführung der SM hatte sich die 5.5er Klasse erstmals mit dem italienischen Klassenverband zusammengetan. Die «Campionato Italo Svizzero 5.50» fand im Centro Vela Alto lario in Gravedonia am Nordufer des Comersees statt. Zur gemeinsamen viertägigen Meisterschaft hatten sich 19 Boote aus sechs verschiedenen Ländern angemeldet, acht davon aus der Schweiz sowie fünf wunderschöne klassische 5.5m-Yachten. Wir wollten vom frischgekürten Schweizermeister wissen, warum «Marie Françoise XIX» in Gravedonia die Bugspitze vorne hatte.

Jürg Menzi, wir gratulieren Ihnen sowie Jürgen Eiermann und Christof Wilke zum jüngsten Schweizermeistertitel. Verraten Sie uns Ihr Erfolgsrezept?

Jürg Menzi: In erster Linie waren wir ein gutes Team, das zudem meistens mit der richtigen Strategie gesegelt ist. Ausserdem durften wir von einwandfreien Windverhältnisse mit schönster Thermik profitieren. Unser guter Bootsspeed, die guten Starts sowie nicht zuletzt die gute Taktik haben dazu geführt, dass wir die Flotte dominiert haben. Hinzu kommt, dass wir wieder einmal eine konstante Serie mit nur kleinen Ausrutschern hatten. Und natürlich das notwendige Wettkampfglück! Hinzu kommen jahrelange Erfahrung als Jollensegler in jungen Jahren (420, 470, Contender, 505) und später auf der Soling auf internationalem Niveau mit zwei Schweizermeistertiteln als Steuermann.

So sehen glückliche Gewinner aus: (v.l.n.r.) Christof Wilke, Jürg Menzi, Jürgen Eiermann

Sie haben schon viele nationale und internationale Titel gewonnen. Was bedeutet Ihnen dieser jüngste Titel?

Sehr viel, wie alle anderen und früheren Titel auch. Das sind ungefähr 25 an der Zahl, ich müsste wieder mal nachzählen. Wir sind zwar nicht mehr absolute Seriensieger wie in früheren Jahren mit über zehn Schweizermeistertiteln im 5.5 in einer Reihe, aber immer noch voll dabei. Auf jeden Fall wertet gute internationale Beteiligung den Titel mit grossem Respekt vor allen Konkurrenten auf.

Was sind Ihre nächsten Segel-Highlights in dieser Saison?

Ende Juli finden in Travemünde die Deutsche und Holländische Meisterschaft statt. Im August steht in Cowes (GBR) der Scandinavian Gold Cup an. Das heisst ein Boot pro Nation. Wir vertreten die Schweiz und sind gleichzeitig Titelverteidiger. Ein weiteres Highlight ist zudem die 5.5m WM, welche im Anschluss daran ebenfalls in Cowes stattfinden wird.

 

Was bedeutet Ihnen das Segeln und speziell die Teilnahme an Regatten?

Segeln ist einfach ein toller Outdoor-Sport. Es gilt stets, Wetter, Wind, Strömung und Wellen zu beurteilen. Regattasegeln ist zudem spannend, sehr technisch und äusserst vielseitig. Ein bisschen wie Orientierungslauf mit wichtigen Schachzügen... Für mich persönlich ist das Segeln ein idealer Ausgleich zum Berufsleben! Und: Segler sind vielfach auch super Menschen.

Und letzte Frage: Warum schlägt Ihr Herz für die 5.5er Klasse?

Gerade in der internationalen 5.5m-Klasse herrscht nach meinen Erfahrungen ein ausgezeichneter Teamspirit. Es ist nicht nur "Gentleman-Segeln", sondern auch ein grosser nationenüberspannender sozialer Zusammenhalt zu spüren. Hinzu kommt, dass das seglerische Niveau sehr hoch ist; am 5.5er haben sich schon viele die Zähne ausgebissen! Die Konstruktionsklasse wird übrigens dieses Jahr 70 Jahre alt - und ist modern wie nie! Das Jubiläum feiern wir übrigens in Cowes.

Jürg Menzi, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen und Ihrer Crew viel Erfolg für die nächsten Regatten.

Weitere Informationen:

http://www.5point5.ch/index.html

Fotogalerie

Fotos: Robert Deaves