Women’s Cup 2019: Die ZSC-Seglerinnen im Interview


Nach zwei wunderschönen Regattaagen im Zürcher Seebecken auf J70-Booten mit einem packenden Finish hat der Swiss Sailing Women’s Cup 2019 erneut das Team des Zürcher Segel Clubs (ZSC) als Siegerinnen hervorgebracht (siehe auch Bericht). Nach dem knappen Sieg über den YC Horgen geben die Seglerinnen um Steuerfrau Amrei Keller Auskunft über Gefühlslage, die Bedingungen beim Cup und die Bedeutung des Women’s Cup für den Segelsport.

Der Zürcher Segel Club, seines Zeichens Titelverteidiger und Gastgeber des diesjährigen Swiss Sailing Women's Cup, wusste seinen Heimvorteil zu nutzen: Amrei Keller, Theresa Lagler, Zoé Straub und Annika Pellegrini setzten sich knapp gegen den YC Horgen durch und sicherten sich zum zweiten Mal in Folge den Swiss Sailing Women's Cup. Auch der dritte Podestplatz war heiss umkämpft. Schliesslich setzten sich die Seglerinnen des CV Lausanne gegen die Crew vom SV Thalwil mit einem Sieg in ihrem letzten Rennen durch.

Der ZSC hat seinen Titel vom Vorjahr erfolgreich verteidigt. Herzlichen Glückwunsch zu eurem Sieg! Wie habt ihr euch direkt danach gefühlt?

Theresa Lagler: Erleichtert! Die Läufe gegen Horgen waren superknapp, es war fast wie beim Match Race! Wir waren sehr angespannt, aber trotz der grossen Anspannung gelang es uns, als Team kühlen Kopf zu bewahren und auch auf den letzten Metern fokussiert zu bleiben. Jetzt sind wir natürlich mega happy!

Der Sieg war am Schluss wirklich sehr knapp, der Yacht Club Horgen war dicht an euch dran. Was hat den entscheidenden Ausschlag gegeben?

Annika Pellegrini: Ja, es war tatsächlich sehr knapp, weniger als eine Bootslänge. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch eine gewisse Souveränität und der Sieg im letzten, entscheidenden Lauf, haben uns den Gesamtsieg gebracht.

Der Zürichsee ist nicht dafür bekannt, ideales Segelgebiet zu sein. Was hat das Wetter in diesem Wettbewerb für eine Rolle gespielt?

Zoé Straub: Wir hatten den grossen Vorteil, dass wir den Wind hier kennen und immer in diesem Gebiet trainieren. Das Wetter hat sich aber an diesem Wochenende ohnehin von einer guten Seite gezeigt, Bedingungen also, bei denen man durchaus segeln konnte. Wir haben das Beste daraus gemacht, so dass es für uns am Schluss sehr gut rausgekommen ist.

Der Modus hat bei diesem Wettbewerb ebenfalls eine Rolle gespielt…

Theresa Lagler: …genau, der Modus «umpired fleet race» bedeutet, dass nur fünf Boote für alle 15 Teams zur Verfügung stehen und gemäss Pairing List jeder gegen jeden segelt. Wir mussten zum Schluss drei Mal gegen Horgen, den späteren Zweiten, segeln. Der direkte Vergleich sorgte wirklich für extreme Anspannung.

Der Women’s Cup fand heuer zum zweiten Mal statt. Was bedeutet der Cup für den Segelsport?

Amrei Keller: Solche Formate fördern einerseits das Frauensegeln im Allgemeinen. So sind in der Swiss Sailing League bisher leider nur vereinzelt Frauen anzutreffen, so dass durchaus noch Luft nach oben besteht. Andererseits ermutigt der Swiss Sailing Women’s Cup Frauen,(auch erstmalig) an Wettkämpfen teilzunehmen und die J70 kennenzulernen.

 

Somit trägt der Cup dazu bei, dass mehr Frauen aktiv am Regattasport teilhaben und sich nicht scheuen, sich mit anderen guten Seglerinnen in Wettkämpfen zu messen. Das ist übrigens auch genau das, was die Initiative "WoW - Women on Water", unter deren Motto der Swiss Sailing Women’s Cup steht, erreichen will. So sollen sowohl neue Frauenteams als auch weitere Veranstalter für Frauenregatten gewonnen werden. Wir freuen uns bereits jetzt auf den Swiss Sailing Women’s Cup 2020!

 

Zum Klassement des Swiss Sailing Women’s Cup 2019

Interview: Dynamics Group/Moritz Stähelin

Fotos: Felix Kling

Weitere Fotos unter https://flic.kr/s/aHsmGEUrqK