SUI Sailing Awards 2019: Palmarès und Zitate der GewinnerInnen

Junior Sailor of the Year: Maxime Chabloz (Swiss Kite Sailing Association SKA und DIRT Regattaclub Sisikon DRCS/Beckenried/NW)

Maxime Chabloz hat in seiner noch jungen Karriere schon viel erreicht. Der dreifache Junioren-Weltmeister gewann in seinem ersten Jahr in der World Kiteboarding Elite League an den World Kiteboarding Championships 2018 in Akyaka (Türkei) im September 2018 sensationell die Bronzemedaille. Hinzu kommen mehrere Top10-Resultate an den Globald Kitesports Association (GKA) AirGames 2018 sowie Rang 3 im Gesamtklassement. Dank seinen ausgezeichneten Resultaten qualifizierte sich der junge Nidwaldner mit Wurzeln in der Romandie zudem für die Youth Olympic Games 2018, wo er als Freestyler in der für ihn eher ungewohnten Disziplin «Twin Tip: Racing» (ähnlich wie Boardercross) den grossartigen 5. Schlussrang erzielte. 

Maxime Chabloz: «Das Jahr 2018 war das Beste meines Lebens. Ich bin im ersten Jahr im Freestyle bei den Erwachsenen mitgefahren und habe geniale Ergebnisse erzielt. Auch die Teilnahme an der Jugendolympiade war eine einmalige Erfahrung. Ich schaue auf ein wunderbares Jahr zurück. Der Award ist eine riesige Überraschung für mich, und eine grosse Ehre, insbesondere weil ich diese Auszeichnung als Kitesurfer gewonnen habe.»  

Female Sailor of the Year: Justine Mettraux (Société Nautique de Genève SNG/Versoix/GE)

Justine Mettraux behauptet sich seit drei Jahren erfolgreich bei der Solitaire du Figaro. 2017 schaffte die Genferin aus Versoix mit einem 7. Platz als dritte Frau in die Top 10 dieser unerbittlichen Einhandregatta. Die Transat Jacques Vabre beendete sie gemeinsam mit Bertrand Delesne auf einer Class 40 hinter drei Booten der neuen Generation auf Rang 4. An der Figaro verbuchte die 32-Jährige mit einem 11. Platz ein weiteres Vorzeigeergebnis. Daneben nahm sie an Bord des Siegerbootes Dongfeng an zwei Etappen des Volvo Ocean Race teil.

Justine Mettraux: «Es ist schön zu sehen, was in der Schweizer Segelszene aktuell passiert, unter anderem im Olympischen Segeln, wo Maud Jayet, die mitnominiert war, es geschafft hat, die Schweiz für Tokio 2020 zu qualifizieren. Solche Erfolge und Projekte, wie beispielsweise die verschiedenen Projekte von Alan Roura, aber auch solche Veranstaltungen wie die SUI Sailing Awards, sind wichtig, um dem Schweizer Segelsport zu mehr Ansehen und zu einer grösseren Wahrnehmung zu verhelfen. Den Preis widme ich TeamWork, seit vielen Jahren mein Sponsor, Bertrand Delesne, mit dem ich an der Transat Jacques Vabre den 4. Platz erringen durfte, sowie Team Dongfeng, mit welchem ich zwei Etappen des Volvo Ocean Race mitsegeln durfte.»

Male Sailor of the Year: Mateo Sanz Lanz (Gstaad Yacht Club GYC/Formentera/ESP)

Auslandschweizer Mateo Sanz Lanz sorgt in der Windsurfdisziplin RS:X immer wieder für Spitzenplätze. An der WM 2017 in Enoshima sicherte sich der 25-jährige SST-Nationalkaderathlet die Silbermedaille, beim Weltcupauftakt in Gamagori surfte er auf Rang 3. Auch 2018 platzierte sich Mateo regelmässig in der Weltelite. Beim Auftakt zur Weltcup-Saison 2019 stand er in Enoshima, dem Revier der Olympischen Sommerspiele 2020, als Zweiter erneut auf dem Podest und gewann nur wenige Tage später an der Enoshima Olympic Week die Goldmedaille.

Mateo Sanz Lanz konnte aufgrund eines Trainingslagers in Cadiz nicht persönlich anwesend sein. Via Grussbotschaft bedankte er sich für die grosse Ehre. Er sei überrascht, zum Male Sailor of the Year gewählt worden zu sein, zumal mit Nils Theuninck und Alan Roura zwei grossartige Segler mitnominiert waren. Den Award nahm Tom Reulein entgegen. Der Teamchef von Swiss Sailing Team zeigte sich erfreut, dass mit Mateo Sanz Lanz, Maud Jayet (Kategorie Female Sailor of the Year), Linda Fahrni und Maja Siegenthaler (Kategorie Sailing Team of the Year), Nils Theuninck (Kategorie Male Sailor of the Year) sowie Sébastien Schneiter und Lucien Cujean (Kategorie Sailing Team of the Year) gleich sechs SST-Kaderathleten für die SUI Sailing Awards 2019 nominiert waren.

Sailing Team of the Year: Team Tilt

Ein dritter Platz am Red Bull Youth America’s Cup im Sommer 2017, der ersten WM-Titel der GC32-Klasse, die vorzeitige Qualifikation der Nation im 49er durch Sébastien Schneiter und Lucien Cujean sowie durch Maud Jayet im Laser Radial, der U23-EM-Titel im Finn durch Nils Theuninck sowie mehrere Top-10-Platzierungen auf internationaler und europäischer Ebene - Team Tilt reitet zweifelsohne auf einer Erfolgswelle. Den Sieg in der Kategorie Sailing Team of the Year, wo mit Alinghi ein ebenfalls überaus erfolgreiches Team von grossem Renommee und mit unbezahlbaren Verdiensten für den Schweizer Segelsport mitnominiert war, ist wohlverdient.

Sebastien Schneiter, Skipper Team Tilt: «Im Grunde verdanken wir die Auszeichnung unserem heutigen Mitkonkurrenten Alinghi. Alinghi ist der Grund, dass wir heute hier stehen dürfen. Wir sind mit Alinghi gross geworden und wollten als junge Segler so sein wie Alinghi. Dass wir heute in Wettkämpfen gegen unser früheriges Vorbild segeln und sogar gewinnen, ist schlicht grossartig. Der Award ist überdies eine Würdigung der intensiven Arbeit des gesamten Teams. Team Tilt verfolgt ja mehrere Projekte und ist auf verschiedenen Ebenen erfolgreich. Der grösste Erfolg ist sicher der GC32-WM-Titel, den wir dieses Jahr verteidigen möchten. Ein wichtiges Ziel ist zudem die persönliche Qualifikation für Tokio2020, nachdem Lucien Cujean und ich (49er) sowie unsere Teamkollegin Maud Jayet (Laser Radial) die Schweiz bereits qualifiziert haben, und natürlich das Nationenticket durch Nils Theuninck im Finn.»
Alex Schneiter, Team Manager: «Team Tilt wurde 2013 gegründet mit dem Ziel, junge Segler zu fördern. Es ist überaus erfreulich zu sehen, dass diese Nachwuchsarbeit nun Früchte trägt. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren hat Team Tilt grosse Erfolge erzielt. Diese Erfolge basieren zum einen auf der grossartigen und intensiven Arbeit von Tanguy Cariou und dem ganzen Team – das sind rund 20 Personen. Zum anderen verdanken wir die heutigen Erfolge den guten Strukturen in der Schweiz. Team Tilt ist das beste Beispiel dafür, dass man in unserem Land viel erreichen kann, wenn die Strukturen stimmen.»

Sailing Project of the Year: Bol d’Or Mirabaud

Die von der SNG organisierte Bol d'Or ist die wichtigste Segelregatta auf dem Genfersee und eine der bedeutendsten Binnenseeregatten der Welt. Sie fand erstmals 1939 statt und feierte heuer ihr 80. Jubiläum. Neben imposanten Mehrrümpfern auf Foils beeindruckt auch immer wieder die grosse Anzahl der Surprise-Jachten, unbestritten die Königsjachten an der Bol d’Or. Dieses Aufeinandertreffen von Breitensport und Spitzensport sowie von Tradition und Innovation ist bezeichnend für die einzigartige Regatta – und einer der Hauptanziehungspunkte für Teilnehmer und Zuschauer auf und am Genfersee.

Rodolphe Gautier, Präsident OK: «In der französischsprachigen Schweiz ist die Bol d’Or Mirabaud schon seit vielen Jahren ein fester Begriff. Auf nationaler Ebene ist der Genfersee-Klassiker indes noch immer zu wenig bekannt. Vor vier Jahren haben wir uns als Ziel auferlegt, die Bol d’Or Mirabaud schweizweit bekannter zu machen. Umso mehr freut uns die nationale Anerkennung, welche mit der Auszeichnung «Sailing Project of the Year» verbunden ist. Der Award ist allen Freiwilligen gewidmet, welche jedes Jahr zum Erfolg der Bol d’Or Mirabaud beitragen und den Anlass erst möglich machen, sowie unseren treuen Partnern, welche uns erlauben, die Bol d’Or Mirabaud weiterzuentwickeln.»  

Public Award: Alan Roura (Club Nautique de Lutry CNLy/Versoix/GE)

Im Februar 2017 überquerte der damals 23-jährige Alan Roura als jüngster Teilnehmer die Ziellinie der Vendée Globe. Sein 12. Platz und sein 105-tägiger Kampf gegen Wind, Wetter und aufgebrachte Meere sind sowohl sportlich als auch menschlich eine Meisterleistung. Die Transatlantik-Einhand-Segelregatta «Route du Rhum» beendete der Genfer im 7. Rang in der Imoca-Klasse, der Einrumpfboote von gut 18 Metern Länge. Auch wenn Roura in der Imoca-Klasse noch keinen Podestplatz vorweisen kann, hat er es mit seinen Projekten geschafft, den Segelsport stärker in den medialen Fokus zu rücken.

Alan Roura: «Ich bin sehr glücklich über den Public Award. Dieser Sieg ist umso schöner, weil es sich um den Publikumspreis handelt und ich von den Segelfans gewählt wurde. Wichtiger als der Sieg ist mir aber die mit der Auszeichnung verbundene Anerkennung als Schweizer Segler und all dessen, was ich bislang erreicht haben. Ich widme diesen Award meinem Team, ohne das solche Leistungen nicht möglich wären.»

Special Award: Centre d’Entraînement à la Régate CER (Genf)

Der Special Award für aussergewöhnliche Leistungen zur Förderung des Segelsports geht dieses Jahr an das Centre d’Entraînement à la Régate CER. Mit seinem schweizweit einzigartigen Konzept hat das CER mit Basis bei der Société Nautique de Genève am Genfersee, in den vergangenen Jahren grosse Erfolge erzielt und einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Segelaktivitäten auf dem Genfersee, aber auch im Ausland, geleistet. Was vor rund 40 Jahren mit zwei Booten anfing, hat sich mittlerweile auch dank der bemerkenswerten finanziellen Unterstützung durch die Behörden der Stadt Genf zu einer wahrhaftigen Erfolgsgeschichte und wichtigen Institution gemausert. Das CER bildet mittlerweile seit über 40 Jahren junge Segler auf dem Genfersee, aber auch auf dem Meer, aus und diente bereits bekannten Seglern wie Dominique Wavre oder auch Justine Mettraux als Sprungbrett für ihre Offshore-Karrieren.