Interview mit Stefan Pulfer, dem neuen Chef Racing Officials


Der Bereich Racing wurde 2020 aufgeteilt in einen Bereich «Racing Officials» und «Racing Operation». Auf April wurde Stefan Pulfer zum Ressortleiter Racing Officials gewählt. Dank seiner langjährigen Erfahrung als Segler, Clubpräsident und Offizieller kann der Berner Oberländer, der als Informatiker bei der Swisscom tätig ist, seine breiten Kenntnisse im Segelsport dazu nutzen, um die entsprechenden Themen im Ressort Racing zielführend, permanent und zukunftsorientiert weiter zu entwickeln. Im Interview gibt Stefan Pulfer Auskunft über seine Motivation, seine Ziele und seine Person.

Swiss Sailing: Stefan Pulfer, herzliche Gratulation zu deiner Wahl zum Leiter des Ressort Racing Officials. Was sind deine Beweggründe, dich für den Bereich Racing Officials zu engagieren?

Stefan Pulfer: Dank meiner langjährigen Erfahrung als Segler, Clubpräsident und Offizieller kenne und erkenne ich die Bedürfnisse aller Involvierten. Meine breiten Kenntnisse im Segelsport möchte ich dazu nutzen, um zusammen mit den Kollegen der Ausbildungskommission die entsprechenden Themen zielführend, permanent und zukunftsorientiert weiter zu entwickeln. Ein spezielles Anliegen ist es uns, der Überalterung im Bereich Officials entgegenzuwirken und auch junge und gute Segler zu Schiedsrichtern oder Wettfahrtleitern auszubilden.

Worauf liegt dein Fokus in den kommenden Wochen und Monaten?

Wir sind daran, Themen wie Ausbildung und Wiederlizenzierungen zu überprüfen und die weiteren Schritte festzulegen, welche wir nach dem Ende der Corona-Beschränkungen in die Tat umsetzen möchten. Daneben befassen wir uns vor allem mit der Umpire-Ausbildung, die aktuell bei Swiss Sailing gar nicht möglich ist. Das wollen wir so rasch wie möglich korrigieren. Mit der Swiss Sailing-League und vielen weiteren Klassen, welche im Umpired-Fleet-Racing-Format segeln, sind die Anforderungen an gut ausgebildete Umpire stark gestiegen. Hierzu ist ein Konzept in Arbeit. Im Winter wollen wir dazu zudem ein professionelles Seminar durchführen.

Was sind deine Ziele für den Bereich Racing Officials, und wie willst du diese erreichen?

Klares Ziel ist, professionelle Regatten mit guten Offiziellen anzubieten. Mit der bereits angesprochenen Umpire Ausbildung wird auch eine Prüfung eingeführt. Wenn wir damit gute Erfahrungen sammeln, wird dieses Konzept auch auf die Wettfahrtleiter und Schiedsrichter ausgeweitet. Heute gibt es praktisch keine Ausbildung ohne Abschluss-Check.

Darüber hinaus setze ich mir das Ziel, dass sich die Offiziellen ebenfalls laufend weiterbilden können, um mit den aktiven Seglern mitzuhalten, welche heute schon von klein an professionell ausgebildet werden. Zudem befürworte ich einen besseren Austausch mit dem Swiss Sailing-Team und eine bessere Zusammenarbeit mit anderen Ländern. 

Was ist dir wichtig im Schweizer Segelsport?

Gegenseitiger Respekt von allen, die sich aktiv für den Schweizer Segelsport einsetzen wäre wünschenswert. Da haben wir so einige Hürden zu nehmen, um Eigeninteressen, Interessenkonflikte und andere Schwierigkeiten zu überwinden. Ich werde jedenfalls meinen Beitrag dazu leisten, dass wir in Zukunft alle am selben Strang ziehen.

Genug vom Segelsport. Was ist dir sonst noch wichtig im Leben?

Im Moment steht sicher die Gesundheit meiner Familie und meiner Freunde im Vordergrund. Aber mir ist auch wichtig, die Freiheit zu haben, meinen Hobbies und Passionen nachzugehen, für meine Familie da zu sein, meine Freunde zu treffen, auf Reisen gehen zu können und natürlich meinen nautischen Aktivitäten zu frönen.

Womit wir wieder beim Segeln wären ;) Segeln ist aber sicher nicht dein einziges Hobby….

Wenn es die Zeit zulässt, gehe ich mindestens eine Woche im Jahr zum Kitesurfen. Da fühle ich die Elemente Wasser und Wind sehr direkt, was zu meinem Naturell passt. Aber ich habe auch gern Bodenhaftung und gehe gern mit der Familie in die Berge. Einmal pro Woche spiele ich mit Freunden Badminton – zum Spass und für die geistige und körperliche Flexibilität. Bis vor drei Jahren habe ich in der 4. Liga eines regionalen Clubs aktiv Eishockey gespielt, und war dort auch 19 Jahre TK-Chef. Eishockey fasziniert mich wegen der Schnelligkeit und Präzision immer noch sehr. Nach einem spannenden Segel-Tag geniesse ich zudem sehr gern ein kühles Bier. Aber auch andere feine Getränke, wie ein schöner Single Malt Whiskey oder gute Rotweine koste und entdecke ich gern. Ja…und essen, gut essen, mag ich auch sehr gerne.    


Interview: Diana Fäh Mosimann
Fotos: zur Verfügung gestellt