Die Swiss Sailing League sorgt auch 2018 für Power – Teil 1


Die Swiss Sailing League überrascht mit einer ganzen Palette von Neuerungen: Eine 3. Liga, ein Youth Cup, und ein Match Race werden auf die neue Saison angeboten. Race Officer Felix Somm gibt Auskunft, wie die neuen Angebote angekommen sind, verrät aber auch, welche Clubs er für den Gewinn der Meisterschaft favorisiert und wie er die Chancen der Schweizer Teams am Finale der Champions League in St. Moritz einschätzt.

Lesen Sie nachfolgend den ersten Teil des Interviews.

Die Spitze der Sailing League ist 2017 breiter geworden, die Rennen in der obersten Liga waren sehr ausgeglichen. Welche Teams favorisiert Felix Somm diese Saison, also 2018, für den Titelgewinn?

Felix Somm: 2016 konnte der Regattaclub Bodensee noch drei von fünf Spielrunden der Superleague gewinnen. 2017 sah jede Spielrunde einen anderen Sieger; das Spitzentrio hatte aber in der Gesamtwertung noch immer ein komfortables Polster von neun Punkten auf den nächsten Verfolger. Ich erwarte, dass 2018 praktisch jeder Super League Club das Potential hat, eine Spielrunde zu gewinnen oder zumindest aufs Podest zu fahren. Der Abstand der Verfolger auf das Spitzentrio wird sich schliessen. Grundsätzlich jedoch glaube ich, dass der Weg zum Schweizermeistertitel wiederum über die Société Nautique de Genève, den Regattaclub Bodensee und den Regattaclub Oberhofen führen wird. Diese drei Clubs haben ein starkes und breites Team aufgebaut und können mehrere siegfähige Teamaufstellungen ins Rennen schicken. Die übrigen Teams hingegen werden meiner Meinung nach auch 2018 noch mit der Konstanz über die Saison zu kämpfen haben. Meister kann nur werden, wer bei allen Verhältnissen und in jeder Spielrunde an der Spitze mitfährt. Die Analyse von 2017 zeigt, dass die Clubs im Mittelfeld Spielrunden gewinnen können, aber in einer anderen Teamaufstellung am Ende der Rangliste figurieren.

Die Clubs haben die Herausforderung erkannt und arbeiten daran, ihre Teams zu stärken und zu verbreitern. Das braucht Zeit. Ich denke, dass die Aufbauarbeit der Clubs im Mittelfeld in der neuen Saison erste Früchte tragen wird. Doch auch die Spitzenclubs haben sich nicht auf den Lorbeeren ausgeruht. Das sportliche Niveau steigt, es wird enger, es wird spannender – gerade auch für die Zuschauer.

Die Swiss Sailing League expandiert weiter. 2018 gibt es eine dritte Liga. Ist diese schon ausgebucht?

Die dritte Liga, die Swiss Sailing Promotion League, ist tatsächlich ausgebucht. Sie war bereits nach der Swiss Sailing Promotion Round im September 2017 voll und hatte sogar Teams auf der Warteliste. Die Clubs der Promotion League sind übrigens auf folgender Webseite aufgeführt: http://swiss-sailing-league.ch/promotion-league-teams/

Daneben soll es ja auch einen Swiss Sailing League Youth Cup geben. Ist dieser auf Interesse gestossen, gibt es schon viele Anmeldungen?

Der Youth Cup ist auf unseren Social Media Kanälen sehr positiv angenommen worden und die ersten Meldungen sind bereits eingetroffen. Weitere Clubs kontaktieren uns mit Fragen und sind dabei, ein Team aufzustellen. Den aktuellen Stand der Meldungen findet man unter http://swiss-sailing-league.ch/youth-cup/

Die in der ISLA (International Sailing League Association) zusammengeschlossenen National-Ligen wollen übrigens künftig auch einen europäischen Youth Cup starten. Nebst der nationalen haben die Teilnehmer also auch eine internationale Perspektive.

Es gibt auch eine stattliche Anzahl an älteren Seglern, die noch sehr aktiv sind. Hat man auch schon an eine Seniorenliga gedacht?

Die Idee einer «Masters League» ist tatsächlich bereits vor einem Jahr diskutiert worden. Wir sind gerade dabei, einen Donatoren- und Supporter Club zu lancieren und für diesen Club in der Saison 2019 einen Regatta-Event anzubieten. Der Supporter Club wird auch eine starke gesellschaftliche Komponente beinhalten. Mit dem Supporter Club wollen wir für die Liga ein drittes finanzielles Standbein nebst den Mitgliederbeiträgen und Sponsoring Einnahmen schaffen. Ohne unsere Sponsoren könnte die Swiss Sailing League nicht stattfinden. Allerdings haben wir auch ein sehr hohes «Klumpenrisiko» wenn wir einen grossen Sponsor verlieren würden. Diesem wollen wir durch eine breitere Abstützung auf hoffentlich viele Supporter entgegenwirken. Weitere Infos zum Supporter Club werden dem Versand der Swiss Sailing Mitgliederausweise beiliegen.

Das Sailing Champions League Finale wird dieses Jahr in St. Moritz ausgetragen Gleich vier Schweizer Teams können sich zum Finale qualifizieren. Darf man sich auch Hoffnungen auf einen Schweizer Sieg machen?

Zuerst gilt es für die vier Schweizer Clubs - den Regattaclub Bodensee, den Regattaclub Oberhofen, die Société Nautique de Genève und die Seglervereinigung Kreuzlingen - sich in Porto Cervo oder St.Petersburg für das Finale zu qualifizieren. Der RCB, RCO und die SNG haben an den letzten beiden Champions League Finals Podestplätze belegt. Unsere Clubs gehören also mit zu den Favoriten. Ich traue ihnen für St.Moritz absolut einen Spitzenplatz zu – weil sie als Team ihr Boot perfekt beherrschen, weil sie taktisch Spitze sind und weil sie hoffentlich von vielen heimischen Zuschauern nach vorne getragen werden.


Lesen Sie im nächsten Newsletter von Skippers und Swiss Sailing (Publikation: 21. Februar 2018) den zweiten Teil des Interviews.

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