Swiss Sailing League 2018: Halbzeit !


Zeit zum Durchschnaufen: Für ein paar Wochen ruht der Regattabetrieb in der Swiss Sailing League. Der nächste Act in der Super League findet erst am 24. August in Davos statt. In der Challenge League geht es für die zwölf teilnehmenden Clubs am 8. September in Oberhofen weiter. In der Super League liegt der Regattaclub Bodensee RCB an der Spitze des Zwischenklassements. In der Challenge League führt der Zürcher Segel Club (ZSC) das Zwischenklassement an. Zeit für eine Zwischenbilanz in einer der erfolgreichsten Regattaserien in der Schweiz.

Felix Somm, sind Sie zufrieden mit dem bisherigen Verlauf in der SSL? Was war Ihr persönliches Highlight in der bisherigen Saison?

F.S. In dieser Saison freut mich vor allem der erfolgreiche Start der Swiss Sailing Promotion League. Die Freude am Segeln ist spürbar und die Kameradschaft unter den Seglern ist erfrischend, das bestätigen auch die veranstaltenden Clubs. Ein weiteres Highlight ist der Umstand, dass wir die maximale Teilnehmerzahl für den Youth Cup im Herbst in Tenero von 18 auf 24 Clubs aufstocken durften. Dazu setzen wir zusätzliche Boote ein. Aktuell sind 22 Clubs gemeldet, zwei  Startplätze sind noch verfügbar. Es ist phänomenal, mit welchem Elan die Jugendteams diesen Event angenommen haben. Bereits vor dem Youth Cup werden übrigens zwei Schweizer Jugend Teams vom ZYC und vom RCO in Travemünde an der ersten Youth Sailing Champions League teilnehmen.

Wo sehen Sie im Vergleich zum Vorjahr die grössten Unterschiede, sowohl in sportlicher wie auch in organisatorischer Hinsicht?

Auf der sportlichen Seite ist klar das weiter ansteigende Niveau sowohl in der Super League als auch in der Challenge League zu vermerken. Unsere Super League Clubs gehören mittlerweile zur Weltspitze. Der RCO und der RCB haben sich bereits für das Champions League Finale vom 30. August bis 2. September in St. Moritz qualifiziert. Ich bin zuversichtlich, dass dies anfangs August in St. Petersburg auch der SNG und dem SVKr gelingen wird. Mit dem steigenden Niveau gerade in der Super League wird auch härter gesegelt - es geht um den Schweizermeistertitel und die Champions League Qualifikation. Damit sind auch die Anforderungen an die Professionalität der Veranstaltungen gestiegen. Um diesen höheren Anforderungen Rechnung tragen zu können, sind wir bei der Swiss Sailing League kontinuierlich daran, uns zu verbessern. Unsere wichtigsten Zukunftsinvestitionen im Moment sind die Aus- und Weiterbildung der Schiedsrichter in Zusammenarbeit mit World Sailing. Genauso investieren wir in die Weiterbildung unserer Wettfahrtsleiter.

Wie lautet Ihre Bilanz in organisatorischer Hinsicht?

Die Liga entlastet die Clubs immer mehr von organisatorischen Aufgaben. Wir organisieren die Schiedsrichter, bringen Segelboote und Schlauchboote inkl. Servicepersonal, übernehmen die Übernachtungskosten, administrieren die Meldungen, Ausschreibungen, Segelanweisungen, etc., machen das Tracking, Scoring und mit den neuen RoboBojen auch die Bahnlegung an den Regatten, liefern einen beträchtlichen Teil des Regattamaterials, etc. Damit sind die Aufgaben bei der SSLA stark gewachsen. Gleichzeitig investieren wir in effizientere Abläufe. So konnten wir z.B. mit den RoboBojen die Anzahl Helfer in der Wettfahrtleitung mehr als halbieren und zwei Bojenleger-Boote pro Bahn einsparen. Als nächstes möchten wir den Crewwechsel zwischen den Läufen optimieren. Auch hier muss es aus ökonomischer und ökologischer Sicht mit weniger Personal und ganz besonders mit weniger Motorbooten gehen.

 

Welches sind nach wie vor die grössten Herausforderungen für die SSL?

Wachstum und die Übernahme von Aufgaben von den Clubs erfordern Ressourcen bzw. im wesentlichen grössere Finanzmittel. Wir konnten mit der EFG Bank einen weiteren Hauptsponsor für die nächsten drei Jahre gewinnen. Die Suche nach Finanzmittel über Sponsoren und Donatoren ist und bleibt aber ein Dauerthema und ist damit heute und auch in  Zukunft unsere grösste Herausforderung.

Was wünschen Sie sich für die zweite «Halbzeit»?

Ich wünsche mir ganz persönlich etwas mehr Verständnis für unser Arbeit und mehr Unterstützung ganz besonders aus dem breiteren Umfeld der Segelclubs. Bei anderen Sportarten wird die eigene Erstliga-Mannschaft vom Club getragen und angefeuert. Bei unseren Super League Veranstaltungen hingegen tauchen kaum Zuschauer auch von den Clubs aus der Region auf, um ihre Mannschaft anzufeuern. Das stimmt mich offengesagt schon etwas nachdenklich. Mehr reale Fans an den Events würden mich freuen - auf Facebook & Co hingegen verzeichnet unsere Fancommunity eine stetige Zunahme.

Und eine letzte Frage: Der Regattabetrieb in der Swiss Sailing League ruht und es geht nun in die wohlverdiente Sommerpause.  Bedeutet das Zeit, um endlich einmal etwas durchzuschnaufen?

Tatsächlich müssen wir nach der intensiven Zeit der letzten Monate erst mal etwas durchschnaufen. Im Juli geht es allerdings zuerst nach Pylos in Griechenland, wo wir die Eurosaf Club Sailing European Championship mitorganisieren. Diese Meisterschaft wird 2019 auf dem Lago Maggiore stattfinden. Damit ist auch schon angetönt, was wir in der regatta-freien Zeit machen: die Saison 2019 planen und die Eckdaten mit den veranstaltenden Clubs abstimmen. Meine Frau und ich wollen in dieser Zeit aber auch mal wieder selber segeln und mit unserer Lacustre auf dem Bodensee Ferien machen.

Felix Somm, danke für das Interview!


Links mit weiterführenden Informationen:

Regattakalender 2018

Klassement Swiss Sailing Super League 2018

Klassement Swiss Sailing Challenge League 2018


 

Autor: Diana Fäh Mosimann

Fotos: Claudia Somm