Erfolgreiches Wochenende für den helvetischen Segelsport


Schweizer Segler haben am vergangenen Wochenende rund um den Erdball grossartige Leistungen vollbracht! Von Enoshima (Mateo Sanz Lanz/Vizeweltmeister RS:X) nach Vancouver ( Philippe Durr/Weltmeister 6mJI) über Porto Cervo (SNG/Bronze in der Sailing Champions League), Grönland (Yvan Bourgnon/erfolgreiche Meisterung der Nordwest-Passage im Beach Catamaran) an den Genfersee, wo Team Alinghi, das international auch sehr erfolgreich auf der Extreme Sailing Series mitsegelt, die diesjährige D35 Trophy gewonnen hat. Schon die Woche davor an der EM der Surprise-Klasse in Port Grimaud hatte die Schweiz bewiesen, dass sie eine Segelnation ist: Das Podium war mit dem neuen Europameister Emanuel Müller (YCB), Frank Reinhardt (CNM) auf Rang 2 und Sebastiano Baranzini (CVLL) auf Rang 3 ganz in Schweizer Hand! „Es ist unglaublich, welch tollen Leistungen da innert weniger Tage von Schweizer Seglern vollbracht worden sind“, freut sich Swiss Sailing Präsident Martin Vogler. Damit habe die Schweiz einmal mehr den Beweis angetreten, dass sie eine Segelnation sei, mit der auch auf internationalem Parkett gerechnet werden müsse.

Die Schweiz ist eine Segelnation

Martin Vogler, seit Juni 2017 Präsident von Swiss Sailing, freut sich sehr über die jüngsten Erfolge von Schweizer Seglern. „Ich bin beeindruckt von diesen grandiosen Leistungen“, so der Präsident. „Es ist unglaublich, welch tollen Leistungen da innert weniger Tage von Schweizer Seglern vollbracht worden sind.“ Damit habe die Schweiz einmal mehr den Beweis angetreten, dass sie eine Segelnation sei und mit ihr auch auf internationalem Parkett zu rechnen sei. „Wir müssen unser Licht tatsächlich nicht unter den Scheffel stellen; unsere Seglerinnen und Segler haben seit Jahresbeginn sowohl auf den grossen Segelevents wie auch auf den kleineren Segelbühnen schon zahlreiche Topleistungen gezeigt“, so Vogler.

Rückblick auf ein grossartiges Segeljahr 2017

In der Tat darf die Binnennation Schweiz schon jetzt auf ein überaus erfolgreiches Jahr zurückblicken: Den Auftakt machte Mateo Sanz Lanz mit seinem dritten Platz am WC in Miami, gefolgt von Alan Roura’s Meisterstück an der Vendée Globe, welche der mit 23 Jahren jüngste Teilnehmer als Zwölfter beendete. Justine Mettraux hat an der La Solitaire URGO Le Figaro unter 43 Seglern den ausgezeichneten siebten Rang erzielt. Simon Koster klassierte sich als 4. an der MINI Fastnet. Team Tilt erreichte im Juni beim Youth America’s Cup auf den Bahamas den ausgezeichneten dritten Rang. Anfangs Juli haben Simon Koster (Segler-Vereinigung Thalwil) und Yo Wiebel den Sportkat-24h-Rekord des Westschweizers Yvan Bourgnon aus dem Jahre 2012 gebrochen, während anfangs August Natascha Rast (Regattaclub Oberhofen) an der Optimist EM in Bulgarien die Silbermedaille gewonnen hat. Mitte August siegten die beiden Berner Oberländerinnen Maja Siegenthaler und Linda Fahrni beim Test Event in Aarhus (Dänemark), nachdem sie Ende April bereits als Dritte auf dem Podium des Welt Cups in Hyères gestanden hatten. Schliesslich dürfen wir im laufenden Jahr mit dem Ehepaar Cornelia und Ruedi Christen vom Thunersee-Yachtclub (Tempest WM) sowie Philippe Durr (6mJI WM in Vancouver) schon zwei Weltmeister feiern. Vergangene Woche schliesslich zeigten die Schweizer Surprise Segler mit ihrem Dreifachsieg an der EM der Surprise-Klasse in Port Grimaud, dass wir das Segeln definitiv im Blut haben und die Schweiz tatsächlich eine Segelnation ist. Hinzu kommen die jüngst erfolgreich gemeisterte Nordwest-Passage durch Yvan Bourgnon, der dritte Platz in der Sailing Champions League durch die Société Nautique de Genève sowie der Vizeweltmeistertitel von Mateo Sanz Lanz.

Nachhaltigkeit solcher Schweizer Erfolge

Swiss Sailing als Dachverband des Segelsports darf sich über solche Leistungen und Erfolge selbstverständlich freuen. Wie aber kann sichergestellt werden und was kann Swiss Sailing konkret dazu beitragen, dass solche Topleistungen auch in Zukunft möglich sind? „Der Dachverband muss die Grundvoraussetzungen schaffen dass solche Erfolge auch weiterhin möglich sind“, äussert sich dazu Martin Vogler. Konkret geschehe das mit guter und professioneller Juniorenarbeit, funktionierenden Club- und Verbandstrukturen und nicht zuletzt dank Clubs, die bereit sind, neben Schweizermeisterschaften auch Grossanlässe wie Europameisterschaften und Weltmeisterschaften durchzuführen. "Mit der Durchführung solcher internationaler Segelmeisterschaften wie beispielsweise die WM der H-Boote oder auch die EM der Drachen mit über 60 Booten auf dem Thunersee  stellen die organisierenden Segelclubs unter Beweis, dass die Binnennation Schweiz über attraktive Segelreviere verfügt sowie über die Infrastruktur und nicht zuletzt über die Kompetenz und das Know-How, um solche Anlässe überhaupt durchführen zu können", sagt Martin Vogler. Das dem so sei, hätten der Regattaverein Brunnen mit der H-Boote WM, der Thunersee-Yachtclub mit der Drachen EM, Versoix mit der RS FEVA EM sowie Voile libre Morges mit der F16 EM diesen Sommer bewiesen. Martin Vogler’s Wunsch an die Zukunft ist klar: „Wir möchten weiterhin solche Erfolge und grandiosen Leistungen feiern können!“ Er persönlich würde sich am meisten über eine Olympische Medaille freuen. „Und darüber, dass weiterhin eine grosse und wachsende Anzahl Personen unseren schönen Sport ausübt.“

Die wichtigsten Schweizer Erfolge vom Wochenende im Detail:

Ø  Bei den Weltmeisterschaften der Windsurfer in Enoshima (Japan) gelingt Mateo Sanz Lanz ein Exploit: Der 24-jährige  Schweizer Doppelbürger und Mitglied des Surfsegelclub Sempachersee gewinnt in der olympischen Klasse die Silbermedaille.

Ø  Philippe Durr (Club Nautique de Versoix) gewinnt an den Weltmeisterschaften der 6m JI in Vancouver (Kanada) die Goldmedaille. Der siebenfache Bol d’Or-Gewinner fügt damit seinem beeindruckenden Palmarès einen weiteren Erfolg hinzu.

Ø  Porto Cervo (ITA): Die Société Nautique de Genève mit Steuermann Guillaume Girod segelt auf Sardinien beim Finale der Sailing Champions League, an welcher sich die besten Segelteams der Welt messen, auf den dritten Platz.

Ø  Auf dem Genfersee gewinnt zur gleichen Zeit Team Alinghi, welches international erfolgreich auf der Extreme Sailing Series mitsegelt, mit dem Grand Prix de Clôture den siebten von acht GP’s der diesjährigen D35 Trophy und darf sich damit als Gesamtsieger feiern lassen.

Ø  Und last but not least: Nuuk (Grönland): Nach 71 Tagen hat Yvan Bourgnon den Zielhafen Nuuk auf Grönland erreicht und damit als erster Beach-Katamaran die Nordwest-Passage einhand und ohne Hilfe von aussen durchquert.