Flexamarage Léman – die Hafenplatztauschbörse auf dem Genfersee


Das Wochenende naht, oder gar der langersehnte Urlaub, Wind und Wetter stimmen ebenfalls, ideal also, um wieder einmal „klar Schiff“ zu machen und auf seinem Segelboot einen wunderbaren Tag auf dem Wasser zu verbringen. Wobei „Tag“ fast etwas übertrieben ist: Denn sollten Sie im Sinn haben, einen fremden Hafen anzusteuern, sei es, um sich im Hafenrestaurant ein Eis zu genehmigen oder um gar auf einem Besucherplatz zu nächtigen, so ist es gerade zur Ferienzeit oft ratsam, dies so früh wie möglich zu tun – denn Besucherplätze resp. freie Liegeplätze sind auf vielen Seen ein rares und dementsprechend überaus begehrtes Gut. Flexamarage Léman schafft zumindest auf dem Genfersee Abhilfe.

Wer das Glück hat, kurz nach dem Mittag trotzdem einen solchen Platz zu ergattern, der tut gut daran, diesen gleich für den Rest des Tages zu besetzen – denn die „Warteschlange“ ist lang. Da gilt es, den auffrischenden Abendwind, der dazu einlädt, die Segel noch einmal zu hissen, bevor sich der Tag definitiv zu Ende neigt, standhaft zu ignorieren – und sich stattdessen ein weiteres Eis zu genehmigen, oder vielleicht ein feines Bier.

Auch auf dem Genfersee sind die Besucherplätze eher rar gesät. Deshalb hat die APB, also die Vereinigung der Bootsbesitzer (Association des propriétaires de bateaux) vor einiger Zeit eine Online-Liegeplatz-Tauschbörse eingerichtet. Diese Plattform heisst Flexamarage Léman, ist gratis und steht allen Seglerinnen und Seglern offen, unabhängig davon, ob sie Mitglied der APB sind. Das Vorgehen ist dabei denkbar einfach: 1. Den eigenen Platz freigeben, 2. Für denselben Tag einen einzigen Platz reservieren und am nächsten Tag zum vereinbarten Zeitpunkt wieder freigeben.  Bei der Reservation werden die eigenen Koordinaten sowie diejenigen des Besitzers sowie die Nummer des entsprechenden Liegeplatzes per Email ausgetauscht. Zu beachten ist, dass pro Mal nur immer ein Platz reserviert werden kann. Das heisst bevor ein weiterer reserviert werden kann, müssen sämtliche vorgängigen Reservationen gelöscht werden.

Der Bodensee mit seinen rund 180 Häfen verfügt über ein ausgeklügeltes Hafensystem mit Gästeplätzen, bei dem vermietete Liegeplätze bei Abwesenheit als Gästeplätze genutzt werden können. Laut Theo Naef, Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Sailing und Präsident des BSVb (Bodensee Seglerverbandes), werden freie Liegeplätze mit einer grünen Tafel markiert. Wer also seinen Liegeplatz verlässt, drückt mit der Angabe von Rückkehrdatum und -zeit aus, wie lange Besucher an seinem Platz anlegen dürfen. „Das System funktioniert grundsätzlich gut, es wäre aber schön, würden auch die Charterboote mitmachen und ihre freien Hafenplätze den Fahrtenseglern zur Verfügung stellen“, so Naef. Auf dem Zürichsee gibt es kein spezielles System, ebenso wenig wie im Tessin. Dort rät Bruno Rossini vom CVLL den Seglerinnen und Seglern, die von ennet dem Gotthard oder dem Ausland anreisen, rechtzeitig mit einem der Yachtclubs Kontakt aufzunehmen. „Aber meines Wissens ist es auf den Tessiner Seen, also auf dem Lago di Lugano resp. auf dem Lago Maggiore, für Besucher kein Problem, einen Anlegeplatz zu finden.“

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