Neue Kaderstrukturen für die zukünftige Generation


Der grosse Generationenwechsel in den Olympischen Bootsklassen im Hinblick auf Paris 2024 ist beschlossene Sache. Mit den neuen Disziplinen Mixed Kitesurf, Foiling Windsurf sowie der Reduzierung der beiden 470 Klassen (M+F) zu einem Mixed Event hat Swiss Sailing die in der Kaderstruktur beschriebenen Entwicklungswege angepasst - nicht zuletzt um dem deutlichen Trend von «Young-Fun-Fast» im nationalen Segelsport Rechnung zu tragen.

So ist neu die 29er Klasse in der Kaderstruktur enthalten. Ebenfalls mit dabei ist das Kitesurfen, damit bereits ein Mixed Team an den Olympischen Spielen 2024 teilnehmen kann und die Chance auf eine Medaille in 2028 und 2032 entwickelt werden kann. Kurzfristig grosses Erfolgspotenzial wird zudem in der neuen iQFoil Windsurfklasse gesehen. In dieser Klasse finden in nächster Zeit ja in der Schweiz, konkret auf dem Silvaplanersee, gleich eine ganze Reihe an Grossveranstaltungen statt, so beispielsweise die WM 2021, dier EM 2022 und die Jugend-WM in 2023.

> Zur neuen Kaderstruktur


Interview mit Tom Reulein, Teamchef von Swiss Sailing Team, zu den neuen Kaderstrukturen:

SST hat seine Entwicklungswege resp. die Kaderstrukturen im Hinblick auf die nächsten Olymp. Spiele (2024/2028) angepasst. Was bedeutet das für den Elitesport resp. für die zukünftigen Olympiasegler?

Tom Reulein: Die Anpassung der Entwicklungswege im Nachwuchsbereich war einerseits notwendig, weil wir mit Kitesurfen und Foiling Windsurfen neue Disziplinen für der Olympischen Spiele Paris 2024 und vor allem Los Angeles 2028 hinzugewonnen haben. Der langfristige Leistungsaufbau in diesen Klassen beginnt ja bereits im Alter von 10 bis 12 Jahren (T1-T2), die Kernausbildung findet zwischen 14 – 18 statt, also T2-T4 nach FTEM. Danach wechseln die Athleten bereits in den Elitebereich und starten ihre Olympiakampagne. Aktuell sehen wir in diesen beiden Disziplinen sowohl im Nachwuchs- als auch im Elitebereich enormes Potenzial, weswegen wir hier auch ganz explizit umfangreiche Trainings- und Betreuungsprogramme planen.

Welches sind die Gründe, warum ausgerechnet der 29er in die Förderung aufgenommen wurde?

Tom Reulein: Die Einführung des 29er ist sehr sinnvoll, weil dieser sozusagen zwei Olympiabootsklassen «beliefert»: den 49er und den 49er FX. Zudem registrieren wir schon seit Längerem in vielen Schweizer Clubs ein steigendes Interesse an dieser Klasse. Dem wollen wir natürlich Rechnung tragen. Wenn man sich die rasante Entwicklung des Segelsports in den letzten Jahren anschaut, wird einem schnell klar, dass das sogenannte  «apparent wind sailing», also das Segeln mit dem scheinbaren Wind, eine immer wichtiger werdende Kernkompetenz für High Performance im Segelsport darstellt. In diesem Sinne gehen wir davon aus, dass der 29er sowohl die Anzahl der geförderten Seglerinnen und Segler erhöht als auch deutlich zukunftsorientierter ausgebildet wird.

Weitere Informationen:

Die neue Kaderstruktur zum Download

Zum Nachwuchsförderkonzept NWFK 2019-2024

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Foto: www.29er.ch