Zentralvorstand Swiss Sailing : Alberto Casco, Elite Sports


Transparenz-Dialog-Präsenz: so das Credo der neuen Verbandsführung von Swiss Sailing. Dazu gehört, dass man die Personen im Vorstand kennt. Was sind das für Leute? Welche Ideen bringen sie mit und welche Vorhaben sollen in nächster Zeit umgesetzt werden? Im Sinne einer umfassenden Information stellen wir Ihnen in unregelmässigen Abständen ein Mitglied des Zentralvorstands vor.


Der studierte und selbstständige Zuger Architekt und Bauökonom Alberto Casco ist verheiratet und Vater von zwei segelnden Söhnen. Knapp zehn Jahre lang hat er sich mit spürbarem Herzblut bei Swiss Optimist engagiert. Als Klassenpräsident hatte er massgeblichen Anteil an den jüngsten internationalen Erfolgen der Schweizer Opti-Segler, namentlich an den zwei Weltmeistertiteln.

Als Zuständiger für Leistungssport bildet Casco die Brücke zur wieder belebten Swiss Sailing Team AG (SST) wo er im Verwaltungsrat Einsitz nimmt. «Die Zusammenarbeit läuft sehr gut», meint Casco. «Mit Marco Versari und Tom Reulein in der Geschäftsleitung von Swiss Sailing mit den Zuständigkeiten „Breitensport“ (Versari) und „Spitzensport“ (Reulein) wird das Wissen der SST an Swiss Sailing effizient und direkt übertragen, zum Nutzen aller Segler. Ebenso profitiert Swiss Sailing von den Beziehungen der einzelnen Verwaltungsräte der SST auf der strategischen Ebene.»     

Neues Nachwuchskonzept

Natürlich hofft die Segelnation Schweiz, dass Casco in seiner Funktion auch bei anderen Klassen für Titel und Medaillen sorgen wird. Dazu gehört, dass im Elitebereich für die Schweiz ausschliesslich «World Class Trainer» arbeiten. «Wenn wir es schaffen, den Toptrainern eine Perspektive zu bieten, dann kommen diese auch in die Schweiz», so Casco und ergänzt, dass das Nachwuchskonzept von 2018 bis 2024 vorsehe, dass 230 zusätzliche Trainingstage mit Toptrainern für den Nachwuchs angeboten werden sollen. Das soll für alle Nachwuchsklassen gelten. Das aber geht nicht ohne Finanzierungsbeiträge der Basis. «Ohne Basis keine Spitze», sagt Casco, «weder beim Sport noch bei den Finanzen.» Eine breite und gesunde Basis ist laut dem gebürtigen Spanier bei Swiss Sailing vorhanden; nichtsdestotrotz werde im Sportbereich –also auch im Breitensport - intensiv daran gearbeitet, die Basis in allen Klassen noch mehr zu verbreitern. 

Neue Finanzquelle

Die Basis soll finanziell aber nicht weiter geschröpft werden. Mit dem „SST Ambassador Club“, der kürzlich lanciert wurde, sollen für die SST und ihre Athleten zusätzliche Mittel generiert werden um langfristig an der Weltspitze im Segelsport bestehen zu können. Der Club verspricht Einzelpersonen, Firmen, Clubs und Regionen als Gegenleistung erstklassige Events und Informationen über das Geschehen beim Nachwuchs und im Spitzensport. «Wir verfügen über die richtigen Persönlichkeiten im Verwaltungsrat, die gut vernetzt sind und das an die Hand nehmen», so Casco.

Eine Segelmedaille in Tokio?

Eine Olympische Medaille würde dem Segelsport in der Schweiz enorm Auftrieb verleihen, aber diese kann Casco natürlich nicht versprechen: «Die Erwartungshaltung in der Schweiz ist hoch und gerechtfertigt. Jedoch muss relativiert werden, dass der Segelsport eine komplexe Sportart ist mit vielen äusseren Faktoren und Erfahrungswerten. Es gibt nur eines zur Professionalisierung: harte und ehrliche Arbeit. Im Segelsport bedeutet das Training und Ausbildung. Eine Olympische Medaille erreichen wir nur, wenn wir gemeinsam am gleichen Strang ziehen! Verband, Clubs, Regionen, Klassen, Offizielle, Trainer, und nicht zuletzt unsere Athleten müssen verstehen, dass es ALLE braucht zum Erfolg und auch ALLE bereit sind sich dafür einzusetzen.»  


Bisher erschienene Porträts:

Martin Vogler, Präsident Swiss Sailing

Christoph Caviezel, Kommunikation und Marketing

Marc Oliver Knöpfel, Racing

Rolf Zwicky, Cruising

Bruno Rossini, Youth


Autor: Walter Rudin
Bearbeitet: Diana Fäh
Fotos: zVg