Zentralvorstand Swiss Sailing : Olivier Baudet, Finanzen


Transparenz-Dialog-Präsenz: so das Credo der neuen Verbandsführung von Swiss Sailing. Dazu gehört, dass man die Personen im Vorstand kennt. Was sind das für Leute? Welche Ideen bringen sie mit und welche Vorhaben sollen in nächster Zeit umgesetzt werden? Im Sinne einer umfassenden Information haben wir in den vergangenen Monaten in unregelmässigen Abständen ein Mitglied des Zentralvorstands vorgestellt. Den Abschluss bildet Olivier Baudet.


Olivier Baudet ist Versicherungsmathematiker. Und Vater einer siebenköpfigen Familie. Konkret: einer siebenköpfigen Segelfamilie. Denn nicht nur er und seine Frau Julie, auch alle fünf Kinder – Arthur (Jg. 1998), Félix (Jg. 2000), Rosine (Jg. 2002), Léonie (Jg. 2005), und Violette (Jg. 2011) - sind leidenschaftliche Segler. Olivier Baudet ist innerhalb des Zentralvorstands für den Bereich Finanzen zuständig. Gleichzeitig vertritt er im siebenköpfigen Gremium die Interessen der Westschweiz. Der 61-Jährige ist überzeugt, dass dank einem vereinten Zentralvorstand der Segelsport in der Schweiz wieder mehr auflebt.

Im Zentralvorstand ist Olivier Baudet für die Finanzen zuständig. Sein Hauptziel: Swiss Sailing soll wieder auf einer gesunden, stabilen finanziellen Basis stehen. „Es geht primär darum, die Ausgaben so zu planen, dass wir am Ende des Jahres noch Geld haben“, erklärt er. Das ist indes gar nicht so einfach: Laut Baudet sind 82 % der Ausgaben entweder vertraglich festgesetzt oder Fixkosten, die auf das Minimum reduziert wurden. Dadurch wird der finanzielle Spielraum für die Ressorts eingeschränkt. Das heisst es bleibt nur das unbedingt Notwendige, um das Funktionieren der Ressorts von Swiss Sailing (insbesondere den Breitensport) zu garantieren. Dessen ungeachtet wurde für die nächsten drei Jahre ein ausgeglichenes Budget vorgelegt. Dieses einzuhalten gelinge aber nur, wenn jede neue Ausgabe durch passende, gesponserte Einnahmen gedeckt wird, erklärt Olivier Baudet: „Wir sind auf Sponsoren und Gönner angewiesen, die uns helfen, genügend Geld für die Erfüllung unserer Aufgaben zur Verfügung zu haben.“ Zudem sei es wichtig, Projekte zu priorisieren. „Es gibt viele damit zusammenhängende Ausgaben, bei denen wir nicht direkt handeln können, ohne die Struktur und das Funktionieren des Verbandes zu gefährden“, gibt Baudet zu Bedenken.

Schnelle Erfolge sind nicht von Dauer

Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, sei deshalb auch ein starker Sportverband nötig. „Eigentlich ist es simpel : Um die nötige finanzielle Unterstützung zu erhalten, muss man glaubwürdig sein. Um glaubwürdig zu sein, muss man Vertrauen schaffen“, erklärt der Opernliebhaber, der in seiner Freizeit in einem Pfarrchor mitsingt. Das schaffe man indes nur, indem man verantwortungsbewusst handle und konsequent einer Linie folge. „Wir müssen die uns zur Verfügung stehenden Mittel mit Augenmass einsetzen, Prioritäten setzen und mit einer mittel- und langfristigen Vision arbeiten.“ Nur mit viel Arbeit würden auf lange Sicht die Ergebnisse kommen. Olivier Baudets grosser Wunsch ist es, dass das Segeln als Nationalsport anerkannt und vom Bund besser unterstützt wird. „Swiss Olympic hat im vergangenen Jahr das Segeln in die Kategorie 1 eingestuft, was uns das Recht auf bessere Subventionen für den Spitzensport gibt. Nun muss nur noch der Bund folgen.“ Darüber hinaus müsse der Fokus auf eine bessere Vereinbarkeit von Sport und Ausbildung gelegt werden. „Die Vereinbarkeit ist leider noch immer viel zu oft eine pure Frage des Glücks, sprich ob man einen verständnisvollen Lehrer hat oder nicht“, bedauert der fünffache Familienvater. 

Segeln: Eine Herzens- und Familienangelegenheit

Bei der Familie Baudet ist Segeln eine Familienangelegenheit. „Wir haben das Segeln zu unserem Familiensport gemacht. Selbst meine Frau Julie, die anfänglich nur selten die Gelegenheit hatte zu segeln, ist mittlerweile eine leidenschaftliche Seglerin und hat letztes Jahr von Alberto Casco die Präsidentschaft der Opti-Klasse übernommen“, erklärt Baudet. Er bedauert indes, dass er nicht oft genug zum Segeln komme. „Wir haben eine grosse Familie von Seglern, und die logistischen Aufgaben nehmen uns sehr stark in Anspruch.“ Immerhin hätten die vier ältesten Kinder das Glück, mit der logistischen Unterstützung der SNG an den Start gehen zu können, was ihnen nicht nur enorme Fortschritte ermögliche, sondern das Ganze auch erleichtere.


Bisher erschienene Porträts:

Martin Vogler, Präsident Swiss Sailing

Christoph Caviezel, Kommunikation und Marketing

Marc Oliver Knöpfel, Racing

Rolf Zwicky, Cruising

Bruno Rossini, Youth

Alberto Casco, Elite Sports


Autor: Walter Rudin

Bearbeitet: Diana Fäh

Fotos: zVg