Zentralvorstand Swiss Sailing : Rolf Zwicky, Cruising


Transparenz-Dialog-Präsenz: so das Credo der neuen Verbandsführung von Swiss Sailing. Dazu gehört, dass man die Personen im Vorstand kennt. Was sind das für Leute? Welche Ideen bringen sie mit und welche Vorhaben sollen in nächster Zeit umgesetzt werden? Im Sinne einer umfassenden Information stellen wir Ihnen in unregelmässigen Abständen ein Mitglied des Zentralvorstands vor.


Rolf Zwicky ist Inhaber einer eigenen Firma im Bereich Software-Entwicklung. Als Regatteur kann er ein reiches Palmares vorweisen: mehrere Schweizermeister-Titel, WM und EM Medaillen und die Teilnahme an Olympischen Sommerspielen. Als Coach und Trainer hat er auch Olympioniken unterstützt. Der Segelsport bedeutet für den Thurgauer nach eigenen Aussagen das halbe Leben. „Seit meiner Kindheit bin ich vom Segelsport fasziniert, und fast täglich sind meine Gedanken damit beschäftigt“, so Zwicky.

Der 61-Jährige ergänzt, dass er als Präsident des Yacht Club Kreuzlingen während der Saison fast täglich am See anzutreffen sei. „Um aufs Wasser zu gehen, reicht es leider aber meist nur einmal in der Woche.“ Woher rührt seine Motivation, sich derart aktiv für den Segelsport zu engagieren? „Ich durfte als junger Mensch viel von unserem damaligen Trainer lernen – von der Konzentration auf das Wesentliche bis hin zum Bootsbau. Jetzt möchte ich gerne etwas von dieser Lebensschule weitergeben“, erklärt Zwicky, der das Clubleben überdies als wichtige soziale Institution sieht, das Jung und Alt offensteht.

Die Segler stehen im Fokus

In seinem Ressort Cruising stehen für Rolf Zwicky denn auch die Segler an der Basis im Fokus. Hier sieht er einigen Nachholbedarf. „Die Mitglieder sollen wieder stolz darauf sein, Swiss Sailing anzugehören“, erklärt Zwicky und erklärt: „Mit Stolz sein meine ich am Erfolg partizipieren, sich mit dem Verband identifizieren können und Freude daran haben, Mitglied der Swiss Sailing Familie zu sein.“ Genau da liegt aber seiner Ansicht nach das Problem: „Mitglieder von Swiss Sailing sind nicht direkt die Segler, sondern die Clubs und Klassen. Wir müssen also viel Aufklärungsarbeit leisten, als Verband die direkte Kommunikation mit den einzelnen Mitgliedern suchen sowie einen Nutzen für alle Mitglieder schaffen und aufzeigen.“ Swiss Sailing sei für viele ein undurchsichtiges Gebilde, welches viel Geld koste. So haben in einer Umfrage 80% der Befragten angeben, dass sie keine Regatta segeln und somit keinen Nutzen von Swiss Sailing hätten. Die Wahrheit ist erfahrungsgemäss eine andere. Sobald ein Club eine Regatta durchführt oder ein Segler auf ein Regattaboot steigt, kommen Swiss Sailing und die Wettfahrtregeln von World Sailing ins Spiel. „Ohne Swiss Sailing gäbe es zudem kein Geld für die Jugend oder Segelprojekte, niemand könnte an ausländischen Regatten teilnehmen und die Schweiz hätte nirgends ein Mitspracherecht“, ergänzt Rolf Zwicky.

Vorhandenes bündeln und nutzen

Rund 30% der Mitglieder segeln ab und zu auch auf den Meeren. Der Cruising Club Schweiz (CCS), und Sailbox, sindMitglieder von Swiss Sailing und bieten unter anderem viele regionale Kurse in den Bereichen Navigation, Motoren, Elektro, Funk etc. an. Die Regionalverbände wiederum kennen die örtlichen Bedürfnisse. Für Rolf Zwicky liegt da viel Potenzial brach: „Es ist vieles bereits vorhanden, man muss das Ganze nur bündeln und nutzen.“ Gleichzeitig müsse der Verband das Angebot für die Segelfamilie erweitern. Die Ideen gehen zum Beispiel in Richtung eines Schutzbriefes mit integrierter Skipper-Versicherung, welche jeder Charterer braucht. Oder ein Forum als Plattform für den Erfahrungsaustausch und Diskussionen resp. konkrete Tipps, beispielsweise bei Fragen wie „Ich bin vom Genfersee und möchte mit meinem Boot Ferien auf dem Bodensee machen. Wer kann mir dabei helfen?“ „Der Nebeneffekt eines solchen Forums wäre, dass die Seglerfamilie dabei näher zusammen rückt“, ist Zwicky überzeugt.

Unterstützung bei der Club-Administration

Das Angebot für die Clubs könnte laut Rolf Zwicky ebenfalls noch erweitert werden, beispielsweise in der Unterstützung bei der Administration. Im Versicherungsbereich sind dies Haftpflicht- und Event-Versicherungen, welche auch ausgeliehene Sachen von anderen Clubs beinhalten. Aber auch ein Club-Verwaltungsprogramm (Adressen, Kalender, Datenablage, Mitglieder-Rechnungen, Finanzbuchhaltung, Webseiten) mit direktem Abgleich der Swiss Sailing Datenbank sind denkbare Angebote. „Wichtig ist es, die Bedürfnisse der Mitglieder zu kennen“, so Zwicky, „also reden Sie mit uns.“

Fotos: zVg, Thurgauer Zeitung


 


Bisher erschienene Porträts:

Martin Vogler, Präsident Swiss Sailing

Christoph Caviezel, Kommunikation und Marketing

Marc Oliver Knöpfel, Racing


Autor: Walter Rudin
Bearbeitet: Diana Fäh
Fotos: zVg