Quelle: International 6 Metre Class
Regattaleiter Yoann Lelièvre von der Société Nautique de Genève bewies einmal mehr ein ausgezeichnetes Gespür für die Windentwicklung. Nach einem Startaufschub bis kurz vor 12.30 Uhr schickte er die Flotte – bestehend aus 20 Open- und 30 Classic-Yachten – auf den nördlichen Regattakurs, wo sich eine Nordwindbrise von 7 bis 8 Knoten etabliert hatte. Nachdem bereits eine Wettfahrt abgeschlossen war, wurde das Feld an das südliche Ende des Genfersees verlegt, wo sich rechtzeitig ein Südwind einstellte und eine zweite Wettfahrt ermöglichte. In der Classic-Kategorie gewann SUI 44 Astrée von Philippe Durr die erste Wettfahrt des Tages, während FIN 80 Astrée III von Ossi Paija die zweite für sich entschied.
Nach dem ersten Regattatag verteidigte GBR 57 Erica von Violeta Alvarez dank eines zweiten und eines dritten Platzes die Gesamtführung. Auf Rang zwei folgte FIN 80 Astrée III von Ossi Paija, gefolgt von ITA 43 Dan von Andrea Bianchedi.
Eine kurzfristige Änderung der Wettfahrtleitung, die um 21.00 Uhr veröffentlicht wurde, führte jedoch zur Annullierung der ersten Wettfahrt. Grund dafür war, dass das Siegerboot SUI 44 Astrée das Ziel 1 Minute und 17 Sekunden nach Ablauf des Zeitlimits überquert hatte. Dadurch kamen in der Classic-Kategorie nicht die erforderlichen vier gültigen Wettfahrten für eine Meisterschaftswertung zustande.
In der Open-Kategorie gewann SUI 77 Junior von Loïc Forestier die erste Wettfahrt des Tages. In der zweiten Wettfahrt geriet das Team jedoch auf die falsche Seite eines markanten Rechtsdrehers und fiel bis auf Rang 17 zurück. Damit rutschte die Crew im Gesamtklassement auf den dritten Platz ab.
Obwohl IVB 145 Momo von Dieter Schön die zweite Wettfahrt gewann, verhinderte eine Disqualifikation wegen Frühstarts (OCS) in der ersten Tageswettfahrt ein besseres Gesamtergebnis. Das Team beendete die Meisterschaft auf Rang vier.
Den zweiten Gesamtrang sicherte sich SUI 140 Ginkgo Too von Jan Eckert mit den konstanten Tagesresultaten vier und fünf. «Wir hatten sicherlich auch etwas Glück», erklärte Eric Monnin nach dem Gewinn des Schweizer Meistertitels. «Unser Ziel war es, möglichst wenig Risiko einzugehen – was unter diesen Bedingungen allerdings nicht immer einfach war. Heute hatten wir zwei schlechte Starts, wurden aber jeweils auf die begünstigte Seite des Kurses gedrückt.»
Mit Blick auf die in dieser Woche stattfindende Europameisterschaft zeigte sich Monnin zufrieden: «Ich bin in dieser Klasse noch relativ neu und habe noch sehr viel zu lernen. Diese Meisterschaft war deshalb eine wertvolle Vorbereitung für uns.»